- Laufberichte -

Marion Laudemann und Angelika Stefan vom Lauftreff Hambrücken beim New York-Marathon am Start
Ein unvergessliches Erlebnis für alle Sinne

Udo Jürgens Hitsong „Ich war noch niemals in New York“ wird ab sofort bei zwei Hambrückener Freizeitsportlern nicht mehr mitgesungen. New York City: Allein der Klang des Namens lässt viele Läuferherzen höher schlagen. Für Marion Laudemann (41) und Angelika Stefan (51) ging jetzt ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Die beiden Läuferinnen gingen beim New York-City Marathon zusammen mit über 37 000 Läuferinnen und Läufer an den Start. „Nach Vollendung unserer runden Geburtstage wollten wir endlich den 42,195 Kilometer-Kurs angehen und nicht bei irgendeinem, sondern dem bekanntesten aller Stadtmarathons über die Ziellinie laufen“, so die beiden passionierten Dauerläuferinnen. Letztlich klappte alles super, denn auch das Wetter spielte mit.
Während Tage zuvor noch Regen und erste Schneefälle die Szenerie in der Millionenmetropole beherrschte, war es am Starttag zwar kalt aber trocken. Am Sonntagmorgen um 5.30 Uhr war die Abfahrt vom Hotel zum Startplatz Fort Wadsworth, das in die Farbenbereiche blau, orange und grün eingeteilt ist. „Eingepackt in warme Fleecedecken und Folien, mit Mütze und Daunenjacke bekleidet, warteten wir auf den Startschuss“, so Marion Laudemann. Dann erklang endlich die amerikanische Nationalhymne und Frank Sinatras Song „New York, New York“ signalisierte „Jetzt geht’s los“. Über die Verrazano-Narrows Brücke ging es kilometerweit geradeaus bis zur 4th Avenue in Brooklyn, wo auf beiden Straßenseiten die Menschen standen und die Läufer lautstark anfeuerten. „Bereits hier kam der erste Motivations- und Euphorieschub, denn so früh zu erleben, wie die Leute schier aus dem Häuschen sind, war schon sensationell“, blickt Angelika Stefan zurück. Laute Musik und DJs an der Strecke taten ein Übriges. „Die Zuschauer guckten nicht nur oder klatschten. Sie hatten Tröten, Glocken oder Ratschen dabei und schrieen sich die Lunge aus dem Hals“, so die beiden nach ihrer Rückkehr. „In diesem Abschnitt gab es praktisch keinen Meter, der nicht mit Menschenmassen besetzt war. Der Lärm war ohrenbetäubend, aber es machte unglaublich viel Spaß“. Auf der Fourth Avenue ging es weiter bis nach Williamsburg. Hier und im jüdischen Teil an der Bedford Avenue war Stille angesagt. Keine Anfeuerungsrufe, keine Musik. „Hier fand das Kontrastsprogramm statt. Man hört nur die Schritte der Läufer und deren Atem“, so die beiden Hambrückener. Von der Pulaski-Brücke ging es weiter in Richtung Queens, wo die Menschen nun wieder dicht gedrängt, teilweise in mehreren Reihen hintereinander standen.
Fantastische, rhythmische Musik ließ die Läufer dann förmlich über die berüchtigte Queensboro-Bridge fliegen. In der Ferne war bereits Manhattan zu sehen, begleitet von einem Rauschen, das immer näher kam und von den Menschenmassen am Straßenrand ausgelöst wurde. „Man glaubte fast, in einem Fußballstadion zu sein. Da läuft dir ein Schauer nach dem anderen über den Rücken. In diesem Moment vergisst man jede Anstrengung und man spürt nur noch Endorphine pur“, befinden beide. Angesagt sind nun Harlem und die Bronx, dann endlich der Central Park und das letzte steile Stück. Laudemann: „Dieser Streckenteil kostet noch einmal richtig Körner, denn es geht ständig bergauf“. Dann ist es geschafft. Hand in Hand liefen die beiden über die Ziellinie und sind superstolz auf ihren ersten New York-Marathon, auf die Zeit von 4:34:27 Stunden, die Medaille und das Finisher-T-Shirt.
Stefan: „Natürlich holten wir uns am nächsten Tag eine New York Times um Schwarz auf Weiß zu lesen: Marion, Finisher Nr. 27084, Angelika, Finisher Nr. 27086“. Nicht zuletzt die fantastischen Zuschauer hatten die beiden Läuferinnen aus Hambrücken ins Ziel getragen und das harte Training zuvor vergessen gemacht. „Es war einfach ein geiles Erlebnis, das wir nicht missen möchten“, lachen die beiden, bevor es nach der Rückkehr wieder in den heimischen Lußhardtwald und zum Vorbereitungstraining auf das nächste Laufhighlight geht. Was als nächstes ansteht? „Schau’n mer mal“, halten es Marion und Angelika wie Kaiser Franz.

Bericht mit freundlicher Genehmigung von:
Hans Joachim Of, Hambrücken
www.the-best-of-konzertfoto.de

 

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